Unsere Hilfe wirkt
Wir beenden unser Projekt in den Bezirken Abaya und Gelana. Eine unabhängige Untersuchung zeigt: Unsere Hilfe zur Selbstentwicklung funktioniert.
Menschen für Menschen führte in Abaya und Gelana eine EVALUATION durch. Dabei wird untersucht, ob ein Projekt erfolgreich war, ob das Geld sinnvoll genutzt wurde und ob die Hilfe den Menschen wirklich etwas gebracht hat. Unabhängige Experten sammeln Daten, befragen Menschen und vergleichen die Ergebnisse mit früheren Zahlen. Die Untersuchung hilft, Massnahmen weiterzuentwickeln und so künftige Projekte laufend zu optimieren.
Liebe Leserin, lieber Leser
Das ist unser Konzept der Selbstentwicklung: Wir wollen nur eine bestimmte Zeit bleiben, damit die Menschen nicht in die Abhängigkeit von Hilfe geraten. Also beenden wir unsere Arbeit in den Bezirken Abaya und Gelana.
Aber geht es den Menschen nun besser? Müssen sie nicht mehr Haus und Hof verlassen und in die Städte ziehen, weil sie in der Heimat nur Not finden? Und: Was können wir noch besser machen – zum Beispiel in unserem neuen Projekt im Nachbarbezirk Raphe?
Wir haben eine Evaluation in Auftrag gegeben, eine Studie zur Erfolgskontrolle: Das Team des Gutachterbüros Gillo Consult befragte 412 Familien, führte ausserdem Interviews mit Behördenvertretern, Frauengruppen und Ältesten.
Das Ergebnis ist ermutigend. Das zeigen die Schlaglichter aus der Studie auf dieser Seite. «Das Projekt hat das Wohlergehen der Gemeinden nachhaltig verbessert», urteilen die Gutachter. Die erzielten Fortschritte wirken also weiter. Weil die Menschen jetzt das Wissen haben, um für sich selbst sorgen zu können.
Auch Empfehlungen geben die Gutachter. Wir sollen noch stärker auf die Kompetenzentwicklung der Menschen allgemein und die Selbstermächtigung von Frauen im Besonderen setzen.
Das beachten wir gerne: In dem Nachbarbezirk Raphe beginnen wir ein neues Projekt. Dort herrscht eine ähnlich extreme Armut, wie wir sie in Abaya vor neun Jahren antrafen.
Wir werden diese Armut mildern und vielfach beenden – mit Ihrer Unterstützung: Alle Erfolge verdanken die armen Familien in Äthiopien Ihnen, unseren Spenderinnen und Spendern. Dafür von uns ein gewaltiges Dankeschön!
Einheimische Fachleute lebten in den Dörfern, um die Kleinbauern mit Inputs zu versorgen und zu schulen. 9 Jahre war Menschen für Menschen in den Landbezirken Abaya und Gelana aktiv. 22'500 Familien profitierten davon, insgesamt rund 150'000 Menschen.
Familienplanung:
Die kleinen Landwirtschaftsbetriebe können grosse Familien nicht ernähren. Die Quote der Ehepaare, die sich für Verhütung entschieden haben, stieg binnen der vergangenen drei Jahre von 47 auf 57 Prozent.
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Eine Befreiung
«Früher hatte ich keine Möglichkeit, an Kapital zu kommen. Seit ich in der Spargruppe bin, fühle ich mich wie befreit. Ich habe dank der Mikrokredite einen Ochsen gemästet, einen Eierhandel begonnen, mit dem Gewinn diese Jungkuh gekauft. Ich plane einen Limonadenverkauf und einen kleinen Kiosk.»
Frauen:
Früher waren sie benachteiligt, ihr Potential lag brach. Der Wendepunkt kam mit unseren Spargruppen, in denen die Frauen Schulungen und Mikrokredite erhielten. Jetzt haben 97 Prozent Zugang zu Krediten (früher waren es nur 18 Prozent). 65 Prozent der Frauen konnten Rücklagen für Notfälle bilden (früher 9 Prozent).
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«Jetzt schaffen wir es allein!»
«31 Spargruppen mit je rund 100 Mitgliedern haben sich zu einem Verband zusammengeschlossen. Jetzt können wir bei den Banken faire Kredite bekommen und an die Frauen weitergeben. Durch unser erworbenes Wissen und unsere wachsende Erfahrung schaffen wir es jetzt ohne weitere Hilfe.»